Städtereisen07 Juli 2018

11 Dinge in Japan, die ich definitiv vermissen werde

Konnichiwa aus dem sonnigen Japan!

Kaum zu glauben, dass schon 2/3 der Zeit meines Abenteuers vorbei sind. Ich kann noch gar nicht realisieren, dass ich in zwei Monaten wieder im Flugzeug nach Frankfurt sitzen werde. Ein Teil von mir hängt sehr an Japan und seiner Einzigartigkeit. Ich möchte euch gerne 11 Aspekte Japans vorstellen, die das Land für mich persönlich so besonders machen.

 

1. Diversität

 

Genau wie andere Länder auch, ist Japan nicht nur schwarz und weiß. Es gibt nicht das EINE Japan. Japan ist nicht nur Neonlichter und Anime und Japan ist auch nicht nur Geisha und Tempel. Japan ist viel mehr als das.

 

Man kann Japan nicht auf seine Großstädte reduzieren. Selbst die Metropolregionen könnten unterschiedlicher nicht sein. Die Diversität des Landes spiegelt sich nicht nur in seinen Menschen, sondern auch in der Kulinarik, Naturlandschaften und Brauchtum wider.

Bevor ich nach Japan kam, sagte ich oft, dass mich an Japan die Koexistenz von Tradition und Moderne fasziniere. Mit zunehmendem Verständnis für das Land schwindet meine Verwunderung. Ich habe Tradition und Moderne früher als zwei divergente Formen angesehen Doch eigentlich spricht ja nichts gegen eine harmonische Koexistenz beider Auffassungen. Irgendwo bedingen sie sich, resultieren auseinander, ergänzen sich und bilden trotz allem ein einheitliches Bild.

 

2. Verfügbarkeit von Vending Machines

 

Als Tourist in Japan kann man von der hohen Anzahl der Vending Machines (Automaten) überrascht werden. Landesweit gibt es nach Angaben des JNTO um die 5 Millionen Vending Machines. Diese bieten neben warmen / kalten Getränken zum Teil auch kleine Mahlzeiten, Blumensträuße, Zeitschriften und weitere alltägliche Gegenstände an. In jedem Fall sind sie sehr praktisch, wenn man in Eile ist.

 

Vending Machine

3. Respekt und Rücksichtnahme

 

Respekt steht in Japan an erster Stelle. Damit meine ich nicht nur den Respekt anderen Menschen gegenüber, sondern auch zum Beispiel gegenüber der ökologischen Umwelt. In Japan stellt man nicht seine eigenen Bedürfnisse in den Fokus, sondern denkt zunächst an sein Umfeld. Wenn beispielsweise keine Möglichkeit besteht den Müll in der Öffentlichkeit zu entsorgen, wird dieser sogar mit Nachhause genommen (auch wenn dies selbstverständlich sein sollte).

 

Es fällt auf, dass sich Japaner und Japanerinnen in der Regel an Vorgaben halten und somit ihren eigenen Beitrag zu einem funktionierenden System leisten. Bedenkt man die Menschenmassen in Tokyo, wird die Notwendigkeit, Regeln zu befolgen schnell deutlich. So wird eine intelligente Leitung der Menschenmassen durch Pfeilsysteme nur durch das Einhalten dieser Vorgaben möglich.

Als Europäerin erschien es mir zudem anfangs sehr seltsam, eine Schlange am Gleis zu bilden oder für einen Platz im Restaurant über eine Stunde anzustehen, jedoch ist das in Japan vollkommen normal und man hört niemanden über eine lange Schlange klagen. Zuletzt ist es erstaunlich mit welchem Stolz und welcher Hingabe Berufe ausgeübt werden.

 

4. Konbinis 

 

Konbinis sind für mich Kleinstadtmädchen ein wahrer Luxus. Der Begriff leitet sich von dem englischen Wort „Convenience Store“ und ist ein kleiner Supermarkt, der meistens 24/7 geöffnet ist. Im Konbini bekommt man fast alle Produkte, die man zum täglichen Leben benötigt:

 

  • Lebensmittel
  • Getränke
  • Zeitschriften
  • Süßwaren
  • frische Snacks
  • Bankautomaten
  • Drucker/Kopierer/Fax

 

Man kann sogar seine Post abgeben oder Veranstaltungskarten kaufen. Viele Konbinis verfügen auch über eine eigene Toilette, eine Sitzecke und kostenloses WiFi.

In Tokyo gibt es Konbinis an jeder Ecke. Die bekanntesten Ketten sind: 7eleven, Family Mart, Lawson und Mini Stop.

 

7eleven in Tokyo

 

5. Gastfreundschaft / Omotenashi

 

Ich habe viele Länder bereist, in denen mich die Einwohner freundlich aufgenommen haben und in denen ich mich direkt wohl gefühlt habe. Japan bringt Gastfreundschaft jedoch auf eine ganz andere Ebene, die sich vor allem in der Öffentlichkeit widerspiegelt.

 

Die japanische Gastfreundschaft wird häufig mit dem Begriff Omotenashi (おもてなし) beschrieben. Jedoch geht diese weit über die eigentliche Gastfreundschaft hinaus. Omotenashi beschreibt viel mehr die Selbstlosigkeit in der Beziehung zwischen Gast und Gastgeber. Diese basiert auf Verständnis und Respekt. Für seine Leistung erwartet der Gastgeber keine Gegenleistung oder Honorierung, sondern geht aus einem Selbstverständnis der Aufmerksamkeit gegenüber dem Gast hervor. Diese Einstellung macht den japanischen Service unvergleichbar.

 

Auf der persönlichen Ebene konnte ich feststellen, dass sich viele Japaner und Japanerinnen über das Interesse am eigenen Land freuen und versuchen einem, die eigene Kultur zu zeigen. Man hat mir in vier Monaten nie das Gefühl gegeben, nicht erwünscht zu sein – im Gegenteil. So wurden meine Mitbewohnerin Gini und ich zum Beispiel bei einer traditionellen Prozession vollkommen einbezogen und versorgt!

 

6. Die Pünktlichkeit der Züge

 

Das ist vermutlich der offensichtlichste und berühmteste Punkt. Die DB kann in Bezug auf die Zuverlässigkeit der Züge keinesfalls mit dem japanischen Schienenverkehr mithalten. Selbst bei einer minimalen Verspätung von ein paar Minuten, wird sich in Japan per Durchsage vielmals entschuldigt – das wäre in Deutschland doch undenkbar.

 

7. Bahnhöfe

 

Wo wir schon beim Thema Züge sind, sollte man an dieser Stelle die Bahnhöfe nicht vergessen. Die großen Bahnhöfe Tokyos gleichen Kaufhäusern mit Shoppingmöglichkeiten und Restaurants. Sie sind richtige Unterhaltungszentren.

 

Als einer der zwei verkehrsreichsten Bahnhöfe der Welt verdient es der Bahnhof in Shinjuku namentlich genannt zu werden. Mehr als drei Millionen Passagiere durchqueren täglich das mehrstöckige Labyrinth aus Tunneln, Treppen und Schranken. Die Gefahr, sich beim ersten Besuch zu verlaufen oder mit den Menschenmassen mitgerissen zu werden, ist auf jeden Fall sehr groß!

 

Ein weiterer bekannter Bahnhof ist Tokyos Hauptbahnhof: Tokyo Station. Unter- und überirdisch gibt es hier viele Geschäfte und Restaurants guter Qualität. Besonders empfehlenswert ist die Ramen Street. Hier muss man sich jedoch auf sehr lange Wartezeiten einrichten, insbesondere zur Mittagszeit. Eine weitere Besonderheit des Bahnhofes ist die „Character Street“. Die Character Street ist eine lange Passage mit unzähligen kleinen Shops bekannter japanischer Figuren wie Hello Kitty, Domo-kun oder Doraemon!Bahnhöfe sind hier auf jeden Fall Orte, an denen man sich die Zeit vertreiben kann, ohne die Absicht zu haben, einen Zug zu besteigen.  

 

Tokyo Station

Tokyos Hauptbahnhof
 

8. Toiletten

 

Ja, es ist merkwürdig über Toiletten zu schreiben, aber die Toiletteninfrastruktur Japans ist der Wahnsinn! Es gibt zum Beispiel hochmoderne Toiletten mit viel Schnick-Schnack: Bidetfunktion, eine beheizte Klobrille, ein Deodorizer und die Möglichkeit das Spülgeräusch abzuspielen, um die eigene Privatsphäre zu wahren, sind nur einige Beispiele für das Funktionsspektrum des stillen Örtchens.

 

Außerdem befindet sich in den Wohnungen oftmals eine schonende Wassersparmaßnahme: Das Waschbecken ist direkt mit dem Spülkasten verbunden. Spült man ab, füllt sich der Kasten mit Wasser. Durch die Verbindung mit dem Waschbecken kann man dieses Wasser vorher zum Händewaschen nutzen.

 

Toiletten in Japan

 

 

9. Nützliche Erfindungen von denen du nicht wusstest, dass du sie brauchst

 

Japan strotzt vor Erfindungen und Innovationen. Selbst kleine 100 Yen Shops führen Artikel, von denen man nicht wusste, dass man sie gebrauchen könnte. Neben sonderbaren Beauty-Gadgets (deren Wirksamkeit ich nicht getestet habe), sollen kleine Hilfsmittel wie ein Henkelschutz für Plastiktüten das tägliche Leben vereinfachen!

 

Gadgets

 

 

10. Sicherheit

 

Selbst nach Einbruch der Dunkelheit habe ich mich in Japan als Frau nie unsicher gefühlt. Allein die vielen Kobans (kleine Polizeihäuschen an jeder Ecke) wecken das Gefühl von Sicherheit. Natürlich gibt es auch in Japan Kriminalität, dennoch gibt es viele Präventationsmaßnahmen und die Kriminalitätsrate ist sehr niedrig.

 

11. Fake Food Displays

 

Im Schaufenster vieler Lokalitäten in Japan ist Plastikessen ausgestellt. Dieses sieht genauso aus, wie die Gerichte, die man serviert bekommt! Man weiß also vorher, wie groß deine Portion ist und was auf der Speisekarte steht! Super praktisch (und appetiterregend)!

 

Fake Food Displays

 

 

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